IHRE FRAGE: „In unserer Kita sprechen viele Kinder mehrere Sprachen. Oft mischen sie diese im Alltag, beispielsweise in einem Satz Deutsch und ihre Familiensprache. Einige KollegInnen sehen das als Problem und befürchten, dass die Kinder dadurch schlechter Deutsch lernen. Ich bin unsicher: Ist dieses Sprachmischen ein Grund zur Sorge oder ein normaler Teil der Entwicklung?“
MEINE ANTWORT: Das Mischen von Sprachen ist bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern ein völlig normaler und entwicklungsbedingter Prozess. Es zeigt in der Regel keine Sprachstörung auf, sondern macht deutlich, dass die Kinder ihre vorhandenen sprachlichen Ressourcen aktiv nutzen. Kinder greifen beim Sprechen auf beide (oder mehrere) Sprachen zurück, um sich möglichst gut auszudrücken. Mit zunehmender Sprachsicherheit im Deutschen nimmt dieses Mischen meist automatisch ab. Für die pädagogische Arbeit bedeutet das: Entscheidend ist nicht das Unterbinden des Sprachmischens, sondern das Angebot klarer, sprachlich reichhaltiger Modelle im Deutschen, Ihr korrektives Feedback sowie die Wertschätzung der Familiensprachen. Dieses unterstützt die gesamte Sprachentwicklung effizient. Grundsätzlich kommen Sprachmischungen bei allen Menschen vor, die mehrsprachig sind. Auch bei Erwachsenen, die perfekt alle Sprachen beherrschen.
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