In der Eingewöhnung spielt der familiäre Hintergrund eine wichtige Rolle. Auch die kulturelle Herkunft sollten wir beachten. Allerdings gilt es, dabei individuell auf die Familien zu schauen und nicht auf Vorurteile hereinzufallen.
Das Bildungs- und Erziehungssystem ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Selbst innerhalb von Europa gibt es viele Unterschiede. Kommen Familien neu nach Deutschland, sind sie meistens mit unserem Kita-System nicht vertraut und kennen auch häufig unser Vorgehen während der Eingewöhnungszeit nicht. Das kann zu Missverständnissen führen und das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und ErzieherInnen belasten. Hier ist ein sensibler, informativer und offener Umgang miteinander erforderlich.
Individualistische und kollektivistische Gesellschaften
In Deutschland leben wir in einer individualistisch geprägten Gesellschaft. Für die Kindererziehung bedeutet das, dass sich der Staat möglichst wenig in die Lebenswelt der Familien einmischt. Es ist hierzulande meistens auch nicht erwünscht, dass Außenstehende die eigenen Kinder miterziehen. So ist es beispielsweise kaum noch üblich, dass die Nachbarn mit Kindern schimpfen oder diese maßregeln – sie beschweren sich höchstens bei den Eltern. Dieser Individualismus sorgt auf der anderen Seite häufig für eine Vereinzelung und manchmal auch für eine Überforderung. Familien haben allein für ihre Kinder zu sorgen, auch dann, wenn die Großeltern und sonstige Verwandte weit weg leben. Freunde bittet man höchstens in Notsituationen um Hilfe, eher wird ein Babysitter engagiert.
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