Interkulturelle Pädagogik

Kinder aus verschiedenen Kulturen bedürfnisorientiert eingewöhnen

In der Eingewöhnung spielt der familiäre Hintergrund eine wichtige Rolle. Auch die kulturelle Herkunft sollten wir beachten. Allerdings gilt es, dabei individuell auf die Familien zu schauen und nicht auf […]

Michelle Dostal

15.05.2026 · 3 Min Lesezeit

In der Eingewöhnung spielt der familiäre Hintergrund eine wichtige Rolle. Auch die kulturelle Herkunft sollten wir beachten. Allerdings gilt es, dabei individuell auf die Familien zu schauen und nicht auf Vorurteile hereinzufallen.

Das Bildungs- und Erziehungssys­tem ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Selbst innerhalb von Europa gibt es viele Unter­schiede. Kommen Familien neu nach Deutschland, sind sie meistens mit unse­rem Kita-System nicht vertraut und ken­nen auch häufig unser Vorgehen während der Eingewöhnungszeit nicht. Das kann zu Missverständnissen führen und das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und ErzieherInnen belasten. Hier ist ein sen­sibler, informativer und offener Umgang miteinander erforderlich.

Individualistische und kollek­tivistische Gesellschaften

In Deutschland leben wir in einer indivi­dualistisch geprägten Gesellschaft. Für die Kindererziehung bedeutet das, dass sich der Staat möglichst wenig in die Lebens­welt der Familien einmischt. Es ist hier­zulande meistens auch nicht erwünscht, dass Außenstehende die eigenen Kin­der miterziehen. So ist es beispielsweise kaum noch üblich, dass die Nachbarn mit Kindern schimpfen oder diese maßregeln – sie beschweren sich höchstens bei den Eltern. Dieser Individualismus sorgt auf der anderen Seite häufig für eine Verein­zelung und manchmal auch für eine Über­forderung. Familien haben allein für ihre Kinder zu sorgen, auch dann, wenn die Großeltern und sonstige Verwandte weit weg leben. Freunde bittet man höchstens in Notsituationen um Hilfe, eher wird ein Babysitter engagiert.

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